Ziele des Vereins
Der Verein versteht sich als eine Institution der Schulgemeinschaft des Auguste-Viktoria-Gymnasiums, in dem sich Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer, Eltern und Freunde engagieren.
Der Verein fühlt sich den Zielen für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs) der Vereinten Nationen verpflichtet, wobei die nachhaltige Unterstützung südindischer Kinder z.B. durch Hilfen für die Ausstattung von ländlichen Schulen im Mittelpunkt steht.
Ergänzend fördert der Verein auch die wirtschaftliche Entwicklung der Familien. Es werden die Maßnahmen und Einrichtungen unterstützt, die durch Bildung und „Hilfe zur Selbsthilfe“ zu einer sozial, wirtschaftlich und ökologisch nachhaltigen Entwicklung führen.
Der Verein engagiert sich zudem bei der Umsetzung der Leitlinien der unesco-projekt-schulen und fördert im Austausch mit den Projektpartnern die Menschenrechtsbildung sowie interkulturelles und globales Lernen sowohl in Indien als auch am Auguste-Viktoria-Gymnasium in Trier.
Indien im Fokus: Der Beginn einer langjährigen Partnerschaft mit der St. Anthony’s School in Cowdalli
Der UNESCO-Projektschultag 1998 am AVG stand ganz im Zeichen Indiens. Erstmals wurden Spenden gesammelt, um den Ausbau des Schulgebäudes in Cowdalli zu finanzieren – der Auftakt einer bis heute erfolgreichen und lebendigen Partnerschaft mit der St. Anthony’s School in Cowdalli.
Seitdem engagiert sich das AVG kontinuierlich für die Schule in Südindien. Die damit verbundenen regelmäßigen finanziellen Verpflichtungen gaben den Anstoß zur Gründung der Indienpartnerschaft. Dank dieser Unterstützung hat sich die St. Anthony’s School in den vergangenen Jahren äußerst positiv entwickelt: Im letzten Schuljahr besuchten mehr als 750 Kinder zwei Vorschulklassen sowie die Jahrgangsstufen 1 bis 12. Die Qualität des Unterrichts ist – insbesondere im Vergleich zu staatlichen Schulen – so hoch, dass die Schule bei den jährlichen zentralen Abschlussprüfungen regelmäßig zu den besten Einrichtungen im gesamten Schuldistrikt zählt.
Um die Schule auch weiterhin nachhaltig fördern zu können, arbeitet die Indienpartnerschaft seit 2017 mit der Organisation ODP (Organization for the Development of People) zusammen. Die ODP ist eine Nichtregierungsorganisation, die im Bistum Mysore Entwicklungsprojekte organisiert und koordiniert. Sie übernimmt die Aufsicht über die Schule und fungiert als wichtige Schnittstelle zwischen der örtlichen Schulleitung, dem Bistum Mysore und der Indienpartnerschaft am AVG. Gemeinsam wurde ein zukunftsfähiges Modell für die weitere Entwicklung der Schule erarbeitet. Die vertraglichen Grundlagen dieser Zusammenarbeit können Sie hier einsehen.
Interessante Informationen zum Ort und einen Überblick über Entwicklung der Schule finden Sie hier.
Find a Way or Make a Way: Partnerschaft mit der PMD
Seit dem Jahr 2000 arbeitet die Indienpartnerschaft des AVG mit der indischen Nichtregierungsorganisation People’s Multipurpose Development Society (PMD) zusammen. Ziel dieser Kooperation ist es, benachteiligte Menschen in ländlichen Regionen Südindiens – insbesondere Dalits, die am stärksten ausgegrenzten Mitglieder der Gesellschaft – nachhaltig zu unterstützen. In zahlreichen gemeinsamen Projekten wurden seither Bildungsangebote gestärkt, Frauen gefördert, Existenzgrundlagen geschaffen und humanitäre Hilfsmaßnahmen ermöglicht.
Die Nichtregierungsorganisation People’s Multipurpose Development Society, kurz PMD, wurde 1975 gegründet, um den Dalits, den Kastenlosen oder Unberührbaren, eine Stimme zu geben. Seitdem bemühen sie sich um die Verbesserung der Lebensumstände der bitterarmen, benachteiligten Bevölkerung im ländlichen Indien. Unsere Zusammenarbeit besteht seit dem Jahr 2000. In Zusammenarbeit mit dem Internationalen ländlichen Entwicklungsdiest (ILD) und in Kooperation mit dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) wurden in den Jahren von 2001 bis 2012 insgesamt 22 Schulen neu gebaut, zahlreiche ländliche Entwicklungsprojekte unterstützt und zuletzt eine Geburtshilfestation gebaut, deren Arbeit heute von dem Diözesanverband Trier der KFD und dem Verein „Pirappu-Geburtshilfe in Indien e.V.“ getragen wird.
Das Motto der PMD (Find a way or make a way) zeigt ihren pragmatischen Ansatz: Jeder Schritt in die richtige Richtung zählt. Manche Einzelprojekte laufen schon mehrere Jahre. Das Milchkuhprojekt wird vor allem von den Fachschaften Ethik und Religion betreut: Jedes Jahr wird zu Weihnachten Geld gesammelt, so dass zwei Familien, meist Witwen mit kleinen Kindern, ein sicheres Auskommen durch den Milchverkauf haben können.
Die Verbesserung der hygienischen Bedingungen durch den Bau von Toiletten in Schulen und Dörfern haben wir immer wieder unterstützt, zuletzt letztes Jahr. Eine Nothilfe in Zeiten von Unwettern, Stürmen, Überschwemmungen und Bränden war uns selbstverständlich: Zumindest einige lebensnotwendige Dinge wie Kleidung, Kochtöpfe und Reis sollten den Opfern, die alles verloren haben, den Neuanfang erleichtern.
Aber auch wenn wir seit 2012 keine Schule mehr finanziert haben, so haben wir den Bildungsbereich immer als unsere wichtigste Aufgabe betrachtet. In einem seit Anfang 2014 laufenden Dreijahresprojekt werden Schulabbrecher durch ein Intensivprogramm darin unterstützt und motiviert, ihren Schulabschluss nachzuholen. Dies gibt den jungen Menschen ihr Selbstwertgefühl zurück. Sie schöpfen Mut, den indischen Traum zu träumen: von der Lehmhütte ins feste Haus, vom Tagelöhner zum Gehaltsempfänger, vom Ende von Armut und Unterdrückung.
Seit 2008 vergeben wir außerdem Stipendien an Studenten. Denn wer es ans College geschafft hat, wer Ingenieur, Krankenschwester oder Lehrer werden will, der ist noch nicht am Ziel. Die Ausbildungskosten sind meist sehr hoch. Wird ein Familienmitglied krank, stirbt der Vater, gibt es eine Missernte, dann gibt es kaum eine Alternative. Entweder stürzt sich die Familie in hohe Schulden, ein enormes Risiko bei hohen Schuldzinsen und eine enorme Last, oder die Ausbildung muss abgebrochen werden. Oft sind es aber auch die hohen Studien- oder Prüfungsgebühren, an denen die Studenten verzweifeln. Hier ist dringend finanzielle Hilfe und Unterstützung geboten, damit die jungen Menschen einen Weg aus der Armutsspirale finden.