Hier finden Sie die Berichte unsere Reisegruppen nach Indien:

Indienabend 2025 – Ein Abend der kulturellen Begegnung und Faszination!

Die Indienreisegruppe teilt ihre Erlebnisse mit der Schulgemeinschaft

Am 08. und 09. März 2025 füllte der Alte Musiksaal im Klosterbau sich mit einer fröhlichen und aufgeschlossenen Zuhörerschaft, die gebannt den Vorträgen der Indienreisegruppe lauschte. Die Gruppe, die im Herbst 2024 eine faszinierende Reise durch Indien unternommen hatte, berichtete von ihren eindrucksvollen Erlebnissen in einem Land voller Gegensätze, Traditionen und überraschender Begegnungen.

Begleitet von einer authentischen südindischen Küche, sorgte der Abend nicht nur für informative Augenblicke, sondern auch für einen angenehmen, aufgeschlossen-kulturellen Dialog. Die Reisegruppe bereitete eine Vielzahl indischer Gerichte vor, um die Gäste auf den Abend einzustimmen.

Das abwechslungsreiche Programm bot spannende Einblicke in verschiedene Facetten Indiens. Themen wie „Unterwegs in Indien“, „Begegnungen: Eintauchen in eine fremde Welt“ sowie die Präsentation über die Partnerschaft mit der St Anthony’s School in Cowdalli zogen viele Zuhörer in ihren Bann. Auch Einblicke in ländliche Entwicklung und die Arbeit unserer Partnerorganisation PMD, Umweltfragen und die kulinarische Vielfalt des Subkontinents fanden ihren Platz in den Vorträgen.

Die Veranstaltung wurde durch die Pause aufgelockert, in der den Gästen typisch indischer Chai angeboten wurde. Bei warmem, würzigem Tee bot sich die Gelegenheit zum Austausch und geselligen Beisammensein.

Insgesamt war der Indienabend 2025 ein gelungener kultureller Austausch, bei dem die Faszination Indiens sowie die Freude am gemeinsamen Erleben in strahlender Atmosphäre spürbar wurden – ein Abend, der sowohl den Geist als auch die Sinne beflügelte.

Erlebnisse und Einsichten bei der PMD: Einblick in die Arbeit einer engagierten NGO in Tamil Nadu

Wie die PMD in Tamil Nadu durch Bildung, Gesundheit und Empowerment ländliche Gemeinschaften stärkt und für eine bessere Zukunft kämpft - Indienreisebericht Teil 8

Am Samstag, den 2.11., machten wir uns früh morgens auf den Weg zum Bahnhof für eine fünfstündige Zugfahrt. In Villupuram angekommen, wurden wir abgeholt und nach Mangalapuram zu unserem Ziel, der PMD, gebracht. Das war eine große Erleichterung, da die öffentlichen Busse oft überfüllt und teilweise unzuverlässig sind.

Die PMD (People’s Multipurpose Development Society) ist eine NGO, also eine „Nichtregierungsorganisation“, die sich für die ganzheitliche Entwicklung und das Wohlergehen der ländlichen Gemeinden in Tamil Nadu einsetzt. Gegründet wurde sie von Dr. Arokiasamy und elf weiteren Absolventen aus ländlichen Dalit-Gemeinschaften. Dr. Arokiasamy ist der Präsident der PMD, und auch seine Frau ist politisch aktiv und zusätzlich Präsidentin der LMW (Liberty Movement for Women). Die beiden heirateten mit 17 Jahren und sind trotz ihres hohen Alters sehr engagiert. Die PMD, die dem Motto „Find a way or make a way“ folgt, engagiert sich in 150 Dörfern und konzentriert sich auf Bildung, Gesundheit, wirtschaftliche Entwicklung, soziale Gerechtigkeit und Frauenförderung.

Wir wurden von Dr. Arokiasamy und einem erfrischenden Limonadengetränk empfangen. Nachdem wir unsere Zimmer bezogen hatten, ging es zum Mittagessen und anschließend zum Talagirishwara-Tempel auf dem Panamalai-Hügel. Dieser Tempel wurde im 7. Jahrhundert erbaut. Besonders beeindruckt haben uns die detaillierten Skulpturen von Gottheiten wie Shiva und Parvati, die feinen Säulenschnitzereien und die kunstvollen Reliefs. Beim Sonnenuntergang genossen wir die atemberaubende Aussicht von dort oben. Nach dem Abendessen und leckerem Chai unterhielten wir uns über die gewonnenen Eindrücke des Tages.

Am nächsten Tag besuchten wir einige Beispiele des Green Village Project der PMD. Diese Miniunternehmen werden durch Startkredite und Schulungen unterstützt, mit dem langfristigen Ziel der Selbstversorgung und späteren Rückzahlungen. Wir besuchten unter anderem einen Töpfer und einen Pflanzenverkäufer – beides sind Familienbetriebe, die mit einem Einkommen, das ausreicht, um die Familie zu ernähren, glücklich sind. Im weiteren Verlauf des Tages tauschten wir uns mit Stipendiaten aus und besuchten die Geburtshilfestation. Diese bietet den Bewohnern im Vergleich zu den staatlichen Krankenhäusern bessere Bedingungen, wird derzeit aber hauptsächlich als Apotheke und für Fortbildungen genutzt. Zudem geht es um Vorsorge und Nachsorge bei Geburten. In der Station arbeiten drei Krankenschwestern, ein Fahrer, der Patienten im Notfall in ein nahegelegenes Krankenhaus bringt, eine Reinigungskraft und ein Sicherheitsmitarbeiter. Wir waren überrascht zu erfahren, dass vor Ort nicht immer Ärzte zur Verfügung stehen.

Am Montag besuchten wir zwei Schulen, wo wir mit Tänzen und Gesang herzlich empfangen wurden. Auch wir hatten ein Lied vorbereitet, das wir präsentierten. Zum 50. Jubiläum der PMD durften wir Schultaschen an die Kinder verteilen, da viele Familien nicht in der Lage sind, Geld für Schulmaterial aufzubringen. Anschließend hatten wir die Möglichkeit, uns die Schulen und die Fortschritte in der Ausstattung anzusehen. Zudem wurde die Bitte geäußert, weitere Schulcomputer an unterschiedlichen Schulen zu finanzieren, um eine bessere Unterrichtsvorbereitung zu ermöglichen. Da dies jedoch in Deutschland von dem Verein der Indienpartnerschaft entschieden wird, konnten wir keine feste Zusage geben, sondern nehmen die Anregungen mit. Das folgende Programm bestand darin, weitere Projekte des Green Village Project zu besuchen. Außerdem trafen wir Frauen, die Teil von Frauenselbsthilfegruppen sind. Ein Beispiel zeigte eine Gruppe Frauen, die durch ein Regierungsprogramm gefördert werden: sie erhalten Arbeit für 100 Tage im Jahr und  werden dafür  bezahlt.

Den Abend schlossen wir mit einer Reflexionsrunde ab. Wir sprachen über unsere Gedanken und Meinungen zu den Projekten und ihrer zukünftigen finanziellen Unterstützung. Uns wurde auch der Unterschied zwischen der Schule in Cowdalli mit ca. 1.000 Schülern und den kleineren Schulen, die wir an diesem Tag besuchten, bewusst. Wir waren uns einig, dass die Green Village Projects besonders angesichts der immer schwierigeren klimatischen Bedingungen sehr sinnvoll sind.

Nach unserem letzten Frühstück bei der PMD wurden wir von Dr. Arokiasamy und seiner Familie verabschiedet, nachdem wir eine gemeinsame Besprechung hatten.

Trotz unserer positiven Eindrücke fiel uns auf, dass uns ausschließlich gut laufende Projekte gezeigt wurden und Dr. Arokiasamy Fragen zu schlecht laufenden bzw. gescheiterten Projekten weitestgehend auswich. Dennoch bedanken wir uns herzlich bei allen Beteiligten der PMD, die uns diesen unvergesslichen Aufenthalt ermöglichten, besonders bei Dr. Arokiasamy, der uns überallhin begleitete.

Zwischen Natur, Kultur und neuen Perspektiven: Eindrücke aus Kumily

Wo der Pfeffer wächst - Indienreisebericht Teil 7

Unsere Zeit in Kumily war eindrucksvoll und voller vielfältiger Erfahrungen, die positive wie auch nachdenkliche Momente beinhalteten.

Am ersten Tag fuhren wir nach dem Frühstück mit Rikschas zu den Periyar Spice Gardens, wo wir eine Führung durch den ayurvedischen Gewürzgarten erhielten. Der Guide sprach leidenschaftlich über die Pflanzen und erklärte ihre medizinischen Wirkungen. Im Anschluss hatten wir die Möglichkeit, im kleinen Laden Gewürze und ayurvedische Produkte als Souvenirs zu kaufen. Der Betrieb umfasst 68 Hektar Anbaufläche, von denen ein Hektar für Führungen und der Rest für den kommerziellen Anbau genutzt wird. Laut Angaben wird auf dem gesamten Gelände auf Pestizide verzichtet. Besonders beeindruckend war die ökologische Gestaltung: Große Bäume stehen über kleineren Pflanzen, spenden Schatten und Nährstoffe und schützen den Boden vor Erosion.

Unsere Tour führte uns weiter zur Connemara Tea Factory, wo wir eine Einführung in die Teeproduktion erhielten. Der Guide erklärte, dass allein durch Unterschiede in der Verarbeitung bis zu 3000 verschiedene Teesorten aus der Teepflanze entstehen können. Wie im Gewürzgarten wird auch hier Wert auf den Erhalt der Umwelt gelegt – Silbereichen spenden Schatten und verhindern Erosion. Beim Rundgang durch die Fabrik wurden die Unterschiede in den Arbeitsbedingungen im Vergleich zu den Standards in Deutschland deutlich.

Anschließend besuchten wir ein nahegelegenes Elephant Camp. Dort werden ältere Elefanten, die ihr Leben lang als Arbeitstiere dienten, für kostenpflichtige Ritte und Waschrituale genutzt. Die Tiere sind angekettet und tragen dicke Seile um den Hals; ihr Führer leitet sie mit einem Stock. Auf einer Rampe können die Touristen auf den Rücken der Elefanten steigen, die einen großen Sattel tragen. Täglich legen die Elefanten etwa 50 Runden auf hartem Beton und bei starker Sonne zurück. Dieses Erlebnis zeigte uns eine andere kulturelle Perspektive auf den Umgang mit Tieren, die auch kritisch betrachtet werden kann.

Am Abend besuchten wir eine traditionelle indische Theateraufführung – eine faszinierende Erfahrung, die sich stark vom klassischen europäischen Theater unterscheidet. Die Darsteller kommunizierten nahezu ausschließlich über Mimik und trugen aufwendig gestaltete, bunte Kostüme. Besonders interessant war dies für diejenigen unter uns, die im Unterricht zum Darstellenden Spiel bereits ähnliche Themen behandelt hatten.

Am zweiten Tag nahmen wir an einem „Jungle Walk“ im Periyar Tiger Reserve teil. Geführt von einem Ranger, entdeckten wir die Tier- und Pflanzenwelt dieses Naturschutzgebiets und lernten viel über die lokale Ökologie.

Kerala fiel uns insgesamt als verhältnismäßig wohlhabender Bundesstaat auf. Anders als in Mysore gibt es hier kaum Straßenkinder und nur wenige Bettler. Nach den intensiven Wochen zuvor konnten wir in Kumily unsere Energiereserven wieder aufladen und die nächsten Tage gestärkt angehen.

Brücken zwischen Kulturen

Vom 21.-24. Oktober besuchten wir unsere Partnerschule in Cowdalli - Indienreisebericht Teil 6

Am 21. Oktober standen wir früh auf, um mit dem Bus vier Stunden nach Cowdalli zu fahren. An der St. Anthony School wurden wir herzlich von Father Justin und Sagaya Mary, der Leiterin der High School und Englischlehrerin, empfangen.

Nach einem ersten Rundgang über das Schulgelände genossen wir ein köstliches Abendessen, zubereitet von den Lehrern, was die indische Gastfreundschaft eindrucksvoll widerspiegelte. Für die Nacht bezogen wir ein Klassenzimmer, das vorübergehend in ein Schlafzimmer umfunktioniert worden war.

Am nächsten Tag wurden wir von der gesamten Schulgemeinschaft mit einer traditionellen Zeremonie empfangen, die aus Liedern, Tänzen und Reden bestand. Die Lehrerschaft kleidete uns in traditionelle indische Kleidung und überreichte uns Blumenkränze als Symbol der Freundschaft. Nach der Feier war es an uns, etwas beizutragen: Frau Reuter hielt eine Rede, in der sie die Bedeutung unserer Schulpartnerschaft betonte, gefolgt von einem begeisternden Auftritt unserer Schülergruppe mit „99 Luftballons“ und „Mein kleiner grüner Kaktus“.

Nach einem gemeinsamen Mittagessen erkundeten wir das Dorf und lernten die Menschen und ihre Kultur näher kennen. Der Kontrast zum Stadtleben in Mysore war deutlich spürbar; die Unterschiede in Sprache, Kleidung, Infrastruktur und Wohnbedingungen fielen sofort ins Auge. In den Dörfern spielt Religion eine bedeutend größere Rolle. Moschee, Kirche und Tempel stehen oft dicht beieinander, und viele Menschen leben ihre Überzeugungen offen aus.

In der Schule überreichten wir als Zeichen der Freundschaft bunte Armbänder an die Schüler und versuchten, uns mit ihnen über Hobbys und das Leben außerhalb der Schule auszutauschen. Auch Gespräche mit Lehrkräften über das Bildungssystem und weitere Themen waren bereichernd.

Wir gewannen interessante Einblicke in die Schule und ihre Unterrichtsformen, allerdings waren nicht alle Eindrücke positiv. Einige von uns empfanden die übertriebene Bevorzugung unserer Gruppe als störend. Während wir stolz auf die Projekte sind, die wir im Rahmen der Indienpartnerschaft unterstützt haben, möchten wir betonen, dass dies uns nicht besonders macht und das Verhalten der anderen uns gegenüber nicht beeinflussen sollte. Zudem waren wir nicht mit allen pädagogischen Methoden des Lehrpersonals einverstanden. Dennoch ist es wichtig, den lokalen Gegebenheiten und den unterschiedlichen Werten und Normen der indischen Gesellschaft Rechnung zu tragen. Was bei uns „normal“ ist, mag woanders anders gesehen werden und umgekehrt.

Diese und weitere Gedanken reflektierten wir in einer gemeinsamen Runde, bevor wir zu Bett gingen.

Am 23. Oktober besuchten wir die restlichen Klassen und verteilten Süßigkeiten und Armbänder, was sowohl bei Schülern als auch Lehrkräften große Freude auslöste. Am Nachmittag besuchten wir ein letztes Mal das Dorf und ein christlich geführtes Kinderheim. Dort leben 42 Mädchen, die die St. Anthony School besuchen.

Am 24. Oktober setzte sich unsere Reise fort, doch die Erinnerungen an Cowdalli und die wertvollen Begegnungen werden uns lange begleiten. Für uns war es eine intensive Erfahrung, die zum Nachdenken anregt.

Ein herzliches Dankeschön an die St. Anthony School für ihre Gastfreundschaft und diese unvergessliche Zeit!

Die Arbeit mit unseren Kooperationspartnern im Bistum Mysore

Am 21. Oktober besuchten wir Bischof Bernard Blasius Moras und die Organization for the Development of People (ODP) - Indienreisebericht Teil 5

Am 21.10.2024 sind wir früh aufgestanden und haben uns mit den Rikschas auf den Weg zum Haus des Bischofs in Mysore gemacht. Gegen 9:45 wurden wir dort herzlich von Bischof Bernard Blasius Moras empfangen. Er erzählte uns, dass er vor etwa einer Woche in Cowdalli war und sich dort die Schule angesehen hat, die durch unsere Spenden finanziert wurde. Außerdem stellte er uns einige Fragen: „Wie ist eure Schule in Deutschland?“ und „Wie sammelt ihr die Spenden?“

Anschließend wurden wir zur ODP (Organization for the Development of People) gefahren, wo wir eine ausführliche Präsentation über deren Projekte erhielten. Wir wurden mit Keksen, Kaffee, Chai und anderen Snacks willkommen geheißen. Bevor die eigentliche Präsentation begann, hörten wir die bewegende Geschichte einer Frau, deren Mann Lehrer an unserer Partnerschule in Cowdalli war und nach einem Unfall im Krankenhaus verstarb. Ihr wurde der Besuch im Krankenhaus verwehrt, und erst nach seinem Tod wurde sie benachrichtigt. Sie hatte keine Gelegenheit, sich von ihm zu verabschieden. Sie bekam in einem Konvent eine Arbeitsstelle und besucht die Schule, um für sich und ihre beiden Kinder eine Perspektive auf ein neues Leben aufzubauen und musste nicht in ihr Heimatdorf zurückkehren, wo sie als Witwe auf Ablehnung gestoßen wäre.

Nun zur ODP: Was genau ist das?
Die ODP ist eine gemeinnützige NGO (Nichtregierungsorganisation), die benachteiligte und marginalisierte Bevölkerungsgruppen unterstützt. Gegründet am 4. Januar 1984 unter dem Karnataka Societies Registration Act, setzt sie sich für eine Gesellschaft ein, in der Liebe, Frieden und Gerechtigkeit herrschen. Ihr Ziel ist es, eine integrierte menschliche Entwicklung durch einen rechtebasierten Ansatz zu fördern.

Ein Beispiel ihrer Arbeit ist das „Women Empowerment Program“ (WEP), das darauf abzielt, die Stimme der Frauen zu stärken. Frauen werden ermutigt, Führungsrollen in Selbsthilfegruppen zu übernehmen und sich möglicherweise für Regierungsämter zu bewerben. Weitere Programme umfassen das „Natural Resource Management Program“ (NRM) und das „Academic Program“ (AP). Die ODP ist in vier Distrikten, 123 Städten und Slums sowie 1281 Dörfern tätig.

Während der Präsentation hatten wir die Gelegenheit, auch Fragen zu stellen. Gegen 13:00 Uhr wurde uns von der ODP ein Mittagessen serviert. Nach diesem spannenden Besuch machten wir uns auf den Weg nach Cowdalli.

Der Tag war voller neuer Erkenntnisse, und es war ermutigend, engagierte Menschen zu treffen, die sich für eine bessere Zukunft für alle in Indien einsetzen.

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