An der diesjährigen Studienfahrt zur KZ-Gedenkstätte Auschwitz in Oświęcim und zum Oskar-Schindler-Museum in Kraków nahmen 36 Schüler*innen des AVG teil: eine Reise, die uns nicht nur historisches Wissen vermittelte, sondern uns auch emotional tief berührte und nachhaltig prägte.
Bereits am frühen Morgen des 18. Mai begann unsere gemeinsame Reise am Flughafen Luxemburg. Zusammen mit Frau Marbach-Olk, Herrn Schweitzer, Herrn Breitbach und Herrn Schneider von der AG Frieden machten wir uns auf den Weg nach Polen. Nach unserer Ankunft in Oświęcim wurden wir zu unserem Hostel gebracht, doch lange Zeit zum Ankommen blieb uns nicht: Schon kurz darauf besuchten wir die Gedenkstätte des Stammlagers. In einer eindrucksvollen Führung wurden uns die erschütternden Lebensrealitäten der Häftlinge nähergebracht. Die original erhaltenen Gebäude, die Ausstellungen mit persönlichen Gegenständen der Opfer und die stillen, bedrückenden Räume ließen die Geschichte auf eine Weise lebendig werden, die uns alle tief bewegte. Viele von uns waren spürbar betroffen. Worte schienen oft nicht auszureichen.
Der zweite Tag führte uns zur KZ-Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau: einem Ort, der sich in seiner Weite und seiner beklemmenden Stille kaum in Worte fassen lässt. Schon beim Betreten des Geländes, beim Anblick der endlosen Gleise, die durch das berüchtigte Tor führen, wurde uns die Dimension dieses Ortes bewusst. Birkenau wirkte anders als das Stammlager: offener, leerer und gerade deshalb auf eine ganz andere Art und Weise eindringlich. Die scheinbare Leere täuscht, denn sie steht für das unermessliche Leid und die unfassbare Anzahl an Menschen, die hier entrechtet, gequält und ermordet wurden.
Während der Führung gingen wir entlang der Barackenreste, sahen die Ruinen der Gaskammern und Krematorien, die von den Nationalsozialisten am Ende des Krieges zerstört wurden, um ihre Verbrechen zu vertuschen. Dennoch ist die Geschichte hier überall spürbar: in der Erde, in der Luft, in der Stille. Besonders eindrücklich war der Moment, als wir gemeinsam eine Schweigeminute abhielten. In dieser Stille wurde vielen von uns erst wirklich bewusst, dass wir uns auf dem größten Friedhof Europas befinden. Es war ein Moment des Innehaltens, der uns alle verband – jenseits von Gesprächen, jenseits von Gedanken.
Am Nachmittag besuchten wir das Education Center, wo wir uns intensiver mit einzelnen Aspekten der Geschichte auseinandersetzten. Die Themen „Frauen in Auschwitz“ und „Fluchten aus Auschwitz“ eröffneten uns neue Perspektiven auf das Geschehen. Besonders die persönlichen Geschichten, die hinter diesen Themen standen, machten deutlich, dass hinter jeder Zahl ein Mensch mit einer eigenen Geschichte, mit Hoffnungen, Ängsten und Beziehungen stand.
Nach diesen zwei sehr intensiven und emotional fordernden Tagen setzten wir unsere Studienfahrt am dritten und vierten Tag in Kraków fort. Dort konnten wir das zuvor Erlebte in einen größeren historischen und kulturellen Zusammenhang einordnen. Im Oskar-Schindler-Museum erhielten wir einen eindrucksvollen Einblick in das Leben während der deutschen Besatzung und in die Geschichte derjenigen, die unter großem Risiko versuchten, Menschen zu retten. Die Ausstellung war modern und eindringlich gestaltet und vermittelte Geschichte auf eine Weise, die uns erneut sehr naheging.
Am vierten Tag erkundeten wir im Rahmen einer Stadtführung das jüdische Viertel von Kraków. Beim Besuch des jüdischen Friedhofs und der Synagoge wurde uns die lange und reiche Geschichte jüdischen Lebens in der Stadt bewusst: eine Geschichte, die durch den Holocaust brutal unterbrochen wurde, deren Spuren jedoch bis heute sichtbar und spürbar sind.
Neben dem offiziellen Programm blieb uns auch Zeit, Kraków selbst zu entdecken. Die Stadt beeindruckte uns mit ihrer Architektur, ihrer Atmosphäre und ihrer lebendigen Geschichte. Kleine Läden, gemütliche Restaurants und die vielen kulturellen Sehenswürdigkeiten boten einen Kontrast zu den Eindrücken der Gedenkstätten, ohne diese jedoch zu relativieren.
So sehr Trauer, Nachdenklichkeit und auch Beklemmung diese Reise prägten, so wichtig waren auch die gemeinsamen Momente als Gruppe. Gespräche, gegenseitige Unterstützung und das Gefühl, diese Erfahrungen miteinander zu teilen, machten diese Studienfahrt zu etwas Besonderem. Sie war nicht nur eine Reise zu historischen Orten, sondern auch eine gemeinsame Erfahrung, die uns als Gruppe enger zusammenbrachte und uns lange begleiten wird.
Wir danken besonders den Sponsoren und Förderern, die uns finanziell unterstützt haben:
- der Nikolaus Koch Stiftung Trier. Die Nikolaus Koch Stiftung ist eine gemeinnützige Stiftung, die sich seit 1993 in den Bereichen Bildung und Hilfe für Menschen mit Behinderung in der Region Trier engagiert.

- der Stiftung „Partner für Schulen in Trier und im Landkreis Trier-Saarburg“ der Sparkasse Trier:

- der Sanddorf-Stiftung, deren besonderes Anliegen es ist, jungen Menschen das europäische Nachbarland Polen – seine Menschen, seine Kultur und die gemeinsame Geschichte – näher zu bringen und die aus diesem Grund Fahrten nach Polen finanziell unterstützen:

- dem Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur des Landes Rheinland-Pfalz:























