Patenschaft für die St. Anthony`s School in Cowdally

Seit beinahe zwei Jahren unterstützen wir nun die Schulgemeinschaft der St. Anthony School in Cowdalli. Als wir im Frühjahr 2001 während unserer ersten Indienreise die Schule besuchten um herauszufinden, wie die Schule funktioniert, was noch getan werden muss, damit sich neben dem reinen Bau der Schule auch die Schulgemeinschaft und der Lehrbetrieb im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung entfalten können, mussten wir feststellen, dass auch der beste Bau an sich nicht automatisch einen guten Schulbetrieb ermöglicht. Viele Eltern können sich den Schulbesuch ihrer Kinder einfach nicht leisten. Ihre Kinder müssen ab einem Alter von fünf Jahren arbeiten, um ihre Ernährung zu sichern. Nach unseren Recherchen haben in Cowdalli nur ca. 5% der Bevölkerung eine regelmäßige Arbeit mit einem entsprechenden Einkommen. Über 75% der Menschen können ihren Lebensunterhalt nur durch Gelegenheitsarbeiten verdienen, z.B. als saisonale Erntehelfer in der Landwirtschaft. Aber hier gibt es eine Verdienst-möglichkeit nur in regen-reichen Jahren auf den Parzellen der wenigen Landbesitzer. Kleinkredite zu Wucherzinsen von über 100% pro Jahr bringen manche Familien in Notzeiten dazu, ihre Kinder als bonded labourer auf viele Jahre hin an die Großgrundbesitzer zu „verleihen“. Ein Schulbesuch ist dann nicht möglich.

Mit unserer Patenschaftsaktion haben wir in dieser misslichen Lage vielen Kindern einen Schulbesuch in einer nun gut funktionierenden Schulgemeinschaft ermöglicht. Alle Schülerinnen und Schüler bekommen einmal in der Woche ein Reispaket von 1,8 kg und jeden Tag bringen die Kinder in einem kleinen Henkeleimerchen ihre vorbereitete Tagesration Reis mit in die Schule. In der Mittagspause zwischen 1230 und 1400 Uhr sitzen die Klassen dann meist in kleiner Runde auf dem Hof zusammen und essen gemeinsam. Alle Kinder bekommen eine Schuluniform und die nötigen Schulmaterialien.

Die Schulgemeinschaft ist auf 280 Kinder gewachsen.

Es gibt acht Klassen und zwei Vorschulgruppen. Zwei der Lehrer werden vom Staat bezahlt , drei zur einen Hälfte von der Diözese, zur anderen Hälfte durch unseren Verein. Darüber hinaus haben wir fünf Lehrer geworben, deren Bezahlung wir zunächst voll übernommen haben. Mittelfristiges Ziel ist die Umwandlung der Schule in eine English Medium School, die dann auch bis zum zehnten Schuljahr reicht. Dafür muss ein weiteres Stockwerk gebaut werden. Die Mittel für diese Maßnahme wurden bei unserer Schulaktion „Staffel Marathon für unser Indienprojekt“ im Juli 2003 gesammelt.

In die Förderung der Schule von Cowdalli ist das Auguste-Viktoria-Gymnasium durch einen wohlmeinenden Rat Dritter „hineingeschlittert“. Auch wenn heute die Partnerschaft mit der Gemeinde in Cowdalli und dem AVG freundschaftlich, vertrauensvoll und erfolgreich gestaltet werden kann, so beansprucht eine derartige Förderung ohne die Hilfe einer Nicht-Regierungsorganisation außergewöhnlichen Einsatz und Durch-haltevermögen. Meist fehlt ein nachhaltiges Entwicklungskonzept, das erst gemeinsam mit den Freunden in Indien entwickelt werden muss. Dabei ist professionelle Beratung unserer Ansicht nach aber unbedingt notwendig.



[ zurück zur Übersicht "Indien"]