Globale soziale Gerechtigkeit:
Nachhaltigkeit durch Bildung in Indien

im Förderprogramm "Bildung für eine nachhaltige Entwicklung" der Bund-Länder-Kommission für Bildungsplanung und Forschungsförderung ("BLK 21")

Das Auguste-Viktoria-Gymnasium ist eine von sechs Schulen in Rheinland-Pfalz, die am Förderprogramm der Bund-Länder-Kommission „Bildung für eine nachhaltige Entwicklung“ teilnehmen. Als unesco-projekt-schule unterstützt das Auguste-Viktoria-Gymnasium (AVG) seit langem durch die Organisation von besonderen Solidaritäts- und Unterstützungsaktionen Einrichtungen in ärmeren Ländern oder Regionen, die jungen Menschen den Zugang zu einer schulischen und/oder beruflichen Ausbildung eröffnen. Dadurch soll diesen die Teilhabe am Arbeitsprozess, an wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklungen sowie am politischen Leben ermöglicht werden. Darüber hinaus werden Bildung und Ausbildung aber auch als Voraussetzung einer positiven wirtschaftlichen Entwicklung und der Demokratisierung einer Gesellschaft gesehen. Unterstützung von Bildungsprojekten ist Hilfe zur Selbsthilfe, weil Bildung und Ausbildung Prozesse sind, die sich – zumal in wissensbasierten Gesellschaften – in der Regel durch Nachhaltigkeit auszeichnen.

In dem nun am AVG entwickelten Projekt handelt es sich um die Unterstützung des Schulbaus in Cowdalli in Südindien in der Nähe von Bangalore sowie um mehrere Schulen in der Region Mangalapuram. Durch die Unterstützung des Schulbaus ist den Kindern geregelter Unterricht auch während der Monsunzeit (Mai – Oktober) möglich, darüber hinaus ermöglicht der Schulbesuch den Kindern tägliche Mahlzeiten. Viele Familien werden ermuntert, ihre Kinder zur Schule zu schicken anstatt sie durch zum Teil schwerste körperliche Arbeit (z.B. in Steinbrüchen) zum Familieneinkommen beitragen zu lassen.

Durch die Zusammenarbeit mit dem Internationalen Landvolkdienst, dem Bundesministerium für Entwicklung und wirtschaftliche Zusammenarbeit sowie mit einer Nichtregierungsorganisation in Indien (Peoples' Multipurpose Development Society) soll sichergestellt werden, dass über die rein schulische Unterstützung hinaus eine sinnvolle wirtschaftliche Entwicklung der Region unter Einbeziehung der dort lebenden Menschen selbst (Partizipation) initiiert wird und das ganze Projekt dadurch einen nachhaltigen Charakter gewinnt. Für das schulische Lernen am AVG bietet dies die Möglichkeit, die gesellschaftlichen und wirtschaftlichen, die politischen und die kulturellen Gegebenheiten ebenso wie die geographischen und klimatischen Bedingungen in den Regionen des Unterstützungsprojektes zu erforschen und zu dokumentieren. Das Projekt eröffnet aber auch die einzigartige Möglichkeit, soziales und interkulturelles Handeln in unmittelbarer Weise mit schulischem Lernen zu verbinden. Jene Schüler/innen, Lehrkräfte und Eltern, die vor Ort in Indien die Bedingungen erkunden und kennen lernen, vermitteln ihr Wissen und ihre Erfahrungen in das AVG hinein. Sie werben durch diese direkte Rückmeldung nicht nur für das Projekt, sondern stellen auch sicher, dass die erheblichen Geldsummen und Sachspenden (z.B. Computer) im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung verwendet werden. Das größere Wissen und der persönliche Kontakt in einen anderen, entfernten Kulturraum fördert aber auch die Bereitschaft und die Fähigkeit zu interkultureller Begegnung und zur Toleranz. Unabhängig davon, dass viele einzelne Themen Unterrichtsgegenstand in verschiedenen Fächern sind (Erdkunde, Sozialkunde, Geschichte, aber auch Literatur- und Landeskundeunterricht in Englisch usw.) zielt die Teilnahme am Projekt auf ein interdisziplinäres, ganzheitliches und persönlichkeitsbildendes Lernen, das die Schülerinnen und Schüler des AVG zur Teilhabe an und zur aktiven Mitgestaltung von gesellschaftlichen, politischen und sozialen Prozessen befähigt (Partizipation).

Die Dokumentation des gesamten Projektes soll die Form einer Handreichung für Schulen erhalten, die an ähnlichen Projekten arbeiten oder eine solche Arbeit beginnen wollen.



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