Juli 2016
Mensa - Verpflegungskonzept

Verpflegungskonzept 

1. Einleitung, kurze Beschreibung der Schule

Das AVG ist eine Unesco-Projektschule. Im Rahmen der Leitlinien der unesco-Projektschulen (Menschenrechte, Toleranz, Demokratie, Interkulturelles Lernen, Umwelt und Nachhaltigkeit, Globale Entwicklung) spielt die Werteerziehung auch bei uns eine besondere Rolle und ist fest in das Schulkonzept und das Schulleben eingebunden. Für das Verpflegungskonzept stehen vor allem die Schwerpunkte Umwelt und Nachhaltigkeit besonders im Vordergrund.  

2. Ziele:

Natürlich wollen wir erreichen, dass unsere Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit haben, sich ausgewogen und gesund zu ernähren. Darüber hinaus ist es uns auch ein Anliegen, ein Bewusstsein für die Herkunft und Qualität von Lebensmitteln zu schaffen, nicht zu Letzt im Sinne der auch in den oben genannten Leitlinien der unesco-Projektschule verankerten Themen „Umwelt und Nachhaltigkeit“. Dies soll dadurch erreicht werden, dass in der Schule – wo auch immer möglich – fair gehandelte und/oder regionale oder lokale Produkte verwendet werden.

Ebenso wichtig ist, dass die Schülerinnen und Schüler den Zusammenhang zwischen gesunder, ausgewogener Ernährung sowie angemessenem Trinkverhalten und dem Erhalt von Konzentrations- und Leistungfähigkeit erkennen.  

3. Zielgruppen:

Regelmäßig nehmen alle Ganztagsschülerinnen und –schüler im Klassenverband am Mittagessen in der Mensa teil. Darüber hinaus gehen auch Klassen der Orientierungsstufe zusammen mit ihrem Klassenlehrer an den Tagen mit Nachmittagsunterricht gemeinsam zum Mittagessen. So wird die Mensa auch ein Ort der Begegnung von Förder- und Regelklassen. Täglich sind bis zu 30 Einzelschülerinnen und –schüler zum Essen angemeldet, zusätzlich auch etwa ebenso viele Kolleginnen und Kollegen.

Damit ist unsere Mensa weitgehend komplett ausgelastet. Die Akzeptanz der Mensa ist sehr gut.  

4. Verpflegungsangebot:

Die Mensa des AVG bietet an vier Tagen (Montag – Donnerstag) für die Ganztagsschülerinnen und –schüler eine warme Mittagsverpflegung an. Das Essen wird von der Firma Streit-Catering mit Warmverpflegung versorgt. Grundvoraussetzung ist das Einhalten der Qualitätsstandards für die Schulverpflegung der DGE. Die Firma Streit-Catering verwendet überwiegend Bio- oder regionale Produkte. An jedem Verpflegungstag steht eine Salatbar mit wechselnden frischen Salaten und zwei verschiedenen Dressings zur Verfügung. Einmal pro Woche bietet der Caterer alternativ ein Nudelgericht an („Nudelbar“). Zu den Nudeln werden zwei verschiedene Saucen gereicht. Die Anmeldung zur Nudelbar erfolgt jeweils eine Woche vorher.

Nach Anmeldung steht auch täglich ein vegetarisches Gericht auf dem Speiseplan. Außerdem werden sowohl religiös/kulturell bedingte Aspekte der Verpflegung als auch medizinisch begründete Besonderheiten berücksichtigt. Für letztere ist eine spezielle Anmeldung erforderlich.

Auch gibt es in der Mensa zu den Mahlzeiten ausreichend Wasser (Sprudel).

Seit etwa einem halben Jahr steht allen Schülerinnen und Schülern rund um die Uhr ein Wasserspender zur Verfügung, der von den hiesigen Stadtwerken aufgestellt wurde und regelmäßig gewartet wird. Für alle Schülerinnen und Schüler ist damit die für die Aufrechterhaltung der Konzentrationsfähigkeit so notwendige Versorgung mit Wasser sichergestellt – auch außerhalb der Öffnungszeiten der Mensa.

Ansprechpartnerin für alle Fragen rund um die Mensa ist Frau Sonnenberg.  

5. Pädagogisches Konzept:

Ein Kollege hat im letzten Schuljahr mit Schülern seiner Klasse einen Fragebogen zu den Aspekten Essensangebot, sensorische Qualität des Essens, Raumgestaltung, Lärm entwickelt. Im Mai vergangenen Jahres wurden alle GTS-Klassen, Klassen der Orientierungsstufe, die einmal pro Woche essen und Einzelschüler zu den genannten Aspekten befragt. Eine Kollegin übernahm mit einer achten Klasse während der Intensivwoche die Auswertung im Rahmen des Statistikprojekts. Die Ergebnisse wurden während einer Sitzung des „Runden Tisches“ präsentiert.

Eine jährliche Kundenbefragung soll in den kommenden Jahren in das Statistikprojekt der 7./8. Klassen integriert werden, damit sie ein fester Bestandteil der Schule werden kann. Die nächste Befragung mittels Fragebogen wird entsprechend im Juni 2016 durchgeführt werden.

Eine weniger systematische Kundenbefragung wird in kürzeren Abständen in den Ganztagsklassen durchgeführt und dann in den Sitzungen des „Runden Tisches“ präsentiert und diskutiert. Die Rückmeldungen waren bei der letzten Befragung überwiegend positiv. Besonders die Salat- und die Nudelbar erfreuen sich großer Beliebtheit.

Als fester Bestandteil einer gesunden Ernährung steht jeden Tag frisches Obst zur Verfügung. Auch dieses Angebot wird gerne angenommen.

 

Die Mensa wird regelmäßig von den Damen der Ausgabe den jeweiligen Jahreszeiten entsprechend liebevoll dekoriert (Karneval, Oster- und Frühjahrsdeko, Herbst, Advent/Weihnachten…) Außerdem ist die Mensa auch Ausstellungsraum für im Kunstunterricht entstandene Bilder.

 

Die seit vielen Jahren bestehende Umwelt-AG widmet sich zur Zeit dem Aufbau eines Schulgartens. Der Stand der Planungen und Entwicklungen wurden im Januar anlässlich des Tages der Schulverpflegung und der Überreichung des zweiten Sterns den Schülerinnen und Schülern, die täglich in der Mensa essen, präsentiert. Ab dem kommenden Sommer sollen dann auch erste Produkte des Schulgartens (z. B. Kräuter) in der Mensa verwendet werden (s.u.).

 

Seit 2008 gibt es an unserer Schule den „Eine-Welt-Kiosk“, der als Schülerfirma geführt wird. Hier werden fair gehandelte und teilweise unter biologischen Bedingungen hergestellte Produkte (überwiegend Pausensnacks) zum Verkauf angeboten. Darüber hinaus informieren die Schülerinnen und Schüler auch über die Herkunft und Herstellung der Lebensmittel und den fairen Handel. In diesem Sinne leistet der Eine-Welt-Kiosk einen wesentlichen Beitrag zur Umwelt- und Nachhaltigkeitserziehung, ergänzt andererseits aber auch das Verpflegungsangebot vor allem im Hinblick auf Pausensnacks.

 

Seit 2009 haben Schüler und Eltern gemeinsam mit Lehrern insgesamt 167 Obstbäume gepflanzt, darunter Apfel, Birne, Zwetschge, Kirsche, aber auch Besonderheiten wie Quitte, Reneklode, Mirabelle, Edeleberesche, Weinbergpfirsich, Aprikose, Mandel und Walnuss.

Diese Bäume werden nun von Eltern, Schülern und Lehrern gemeinsam gepflegt und erzogen (regelmäßig geschnitten). Von Jahr zu Jahr steigt die Ernte, und bald kann dann zum einen gesundes Obst von den Familien geerntet und selbst verarbeitet werden, zum anderen aber auch an der Schule verteilt werden. Auch die Belieferung der Mensa mit frischem Obst ist ein Ziel.

Bereits 2009-2010 gab es eine Schulgarten-Arbeitsgruppe, die dann aber wegen Umbauten am historischen Klosterbau ihren Garten aufgeben musste. Mittlerweile sind die Bauarbeiten abgeschlossen und an der Neuanlage des Schulgartens wird nun gearbeitet

Im Lehrplan verankerte Anknüpfungspunkte für die Ernährungsbildung sowie einzelne Projekte:

 

·         Der neue Arbeitsplan des Fachs Erdkunde sieht vor, dass in der 5. Klasse  u.a. die Themen Entwicklung der Landwirtschaft und Massentierhaltung im Unterricht behandelt werden. In Ergänzung dazu beschließt die Fachkonferenz Erdkunde im Schuljahr 2015 in der jährlichen Intensivwoche in der 5. oder 6. Klasse die Besichtigung eines Bauernhofes in der Nähe. Der Bauernhof bietet auch Lernwerkstätten für Schulklassen an z.B. zum Thema Kartoffeln- vom Pflanzen bis zur Ernte. Das könnte ein Beitrag zur besseren Wertschätzung von Lebensmitteln sein.
Die jetzige 6b hat sich im NaWi-Unterricht sehr intensiv mit der Massentierhaltung beschäftigt und dazu eine Ausstellung für die Schulgemeinschaft vorbereitet und präsentiert.

·         Darauf aufbauend sieht der Lehrplan der 9. Klasse in Biologie vor, dass im Rahmen des Themas  Sport und Ernährung Bewegungs- und Ernährungsgewohnheiten mit Blick auf die Gesunderhaltung des eigenen Körpers bewertet werden.

·         Im letzten Schuljahr hat die jetzige Klasse 8b im Biologieunterricht ein Projekt zum Thema Ernährung durchgeführt. Dies beinhaltete das das Anfertigen von persönlichen Ernährungsprotokollen, die dann mit Ernährungsprotokollen von indischen Schülerinnen und Schülern verglichen wurden (Die Durchführung der Befragung von indischen Schülerinnen und Schülern ließ sich durch unsere durch das Indienprojekt bestehende Zusammenarbeit mit indischen Schulen verwirklichen. Zu dieser Zeit absolvierte eine deutsche ehemalige Schülerin ihr Freiwilliges Soziales Jahr an einer Schule in Indien). Hieraus wurden wesentliche Erkenntnisse nicht nur über das eigene Ernährungs- und Trinkverhalten gewonnen.

·         Seit 2015 plant die AG Plant and Recycle die Einrichtung einer schuleigenen Baumschule zur eigenen Herstellung von Obstbäumen durch Veredlung. Es handelt sich dabei um früh tragende klein gewachsene Obstbäume, so dass zum einen die Schüler wieder erlernen können, wie sie selbst Obstbäume herstellen können, zum anderen die Bäume auch an Schüler und Eltern verkauft werden, und drittens Obstbäume auf dem Schulgelände regelmäßiges frisches Obst bereitstellen, dass auch für die Mensa genutzt werden kann. Weiterhin ist auch der Anbau von Kräutern und Gemüse, aber auch von Blumen in der Planung. Die Ernte soll nicht nur den Schülerinnen und Schülern der AG, sondern zum Teil auch der Schulgemeinschaft zur Verfügung stehen, z. B. in der Mensa.  

6. Kommunikation und Partizipation

Der „Runde Tisch Mensa“, an dem Schülerinnen und Schüler, Lehrerinnen und Lehrer, Eltern, der Caterer sowie der Schulträger teilnehmen, findet regelmäßig (mindestens einmal im Halbjahr) sowie bei Bedarf (z. B. zur Planung der Überreichung des zweiten Sterns) statt.

Die Schülerinnen und Schüler werden in die Gestaltung der Mensa dahingehend einbezogen, dass immer wieder Produkte aus dem Kunstunterricht oder auch die für die Tage der Schulverpflegung produzierten Plakate hier ausgestellt werden. An der Sauberhaltung der Tische werden die Schülerinnen und Schüler ganz selbstverständlich beteiligt. Gerne unterstützen einzelne Schülerinnen und Schüler das Mensapersonal bei der Herrichtung und Dekoration der Mensa. Das zweimal jährlich erscheinende „AVG-Journal“ informiert über die Ereignisse und Entwicklungen in der Mensa, außerdem werden wichtige Informationen auch auf der AVG-Homepage veröffentlicht. Der Speiseplan wird jeweils eine Woche im Voraus an mehreren Stellen in der Mensa ausgehängt und ist auch auf der Homepage einzusehen. Die Urkunden über die bisher erreichten Sterne haben einen festen Platz in der Mensa, über die Verleihung wird jeweils auf der Homepage und im AVG-Journal veröffentlicht.  

7. Zusammenarbeit und Weiterentwicklung

Die Zusammenarbeit mit den Eltern ist durch den „Runden Tisch Mensa“ gesichert, der in regelmäßigen Abständen stattfindet. Aber auch in den Sitzungen des Schulelternbeirates ist die Schulverpflegung regelmäßiges Thema zum Austausch und zur Diskussion.

Bei Schulfesten übernimmt die Elternschaft in Absprache mit der Schule und in Anlehnung an die Maßgabe von fair gehandelten und regional/lokal hergestellten Produkten zu einem großen Teil die Verpflegung. Auch – aber nicht nur -  solche Feste bieten immer wieder Anlass, über die Ernährung und das Verpflegungsangebot zu sprechen.     

8. Unterrichtsprojekte zum Thema „Trinken“ 

Im November vergangenen Jahres wurde von den Stadtwerken Trier ein Wasserspender in der Schule aufgestellt (s.o.). Im Rahmen der Installation dieser „Wasserbar“ wurde in allen 5. Klassen die Notwendigkeit der Flüssigkeitsaufnahme für die Gesunderhaltung des Körpers, aber auch zur Erhaltung der Konzentrations- und Leistungsfähigkeit thematisiert. Die Stadtwerke schenkten jedem Schüler der 5. und 6. Klasse eine Wasserflasche, um auch damit die unabdingbare Notwendigkeit des Trinkens zu verdeutlichen.

Im Rahmen des Faches „Arbeiten und Spielen“ wird zukünftig in allen 5. Klassen das Thema „Trinken“ thematisiert, damit auch die neu ans AVG kommenden Schülerinnen und Schüler das Angebot der Wasserbar in ausreichendem Maße nutzen.

 

 

 

Irene Sonnenberg




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